Abschlussübung 2013

Abschlussübung der Bönnigheimer Feuerwehr läuft perfekt!

Übung macht den Meister. Und meisterhaft lief am kalten Mittwochabend die traditionelle Abschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr ab. Kommandant Jürgen Joos war mehr als zufrieden: "Das läuft so gut, weil die Einsatzkräfte spätestens alle 14 Tage üben."

 

Rund 30 Zuschauer und viele kleine Nachwuchsfeuerwehrleute im Kindergartenalter tummelten sich am Mittwochabend im Schmiedsberger Weg. Angekündigt war eine Übung bei der Firma Altmann, einer Leichtmetallgießerei. Tobias Altmann tätigt den Notruf um 18.39 Uhr. Und erwischt gleich eine reale Situation. "Bitte warten Sie", sagt eine Stimme vom Band. Doch es dauert nicht lange, und er kann seine Meldung an die 112-Einsatzzentrale durchgeben: "Ein Brand mit starker Rauchentwicklung im Gebäude, fünf vermisste Personen." Die Folge: Da das betroffene Gebäude ein Industriegebäude ist, wird auch die Drehleiter in Besigheim angefordert.

Vor Ort wächst die Spannung: Wer ist dieses Mal schneller, die Feuerwehr oder das DRK? Zuerst einmal ruckelte aber noch ein Bagger vom Nachbargrundstück vorbei, bevor dann die Martinshörner des ersten Feuerwehrfahrzeugs ertönen. Das LF-16 ist knapp vier Minuten nach dem Alarm am Brandort. Die Besatzung springt heraus.

Während die ersten Männer die Schläuche auspacken, am Hydranten anschließen und ausrichten, stürmt Feuerwehrmann Albrecht Hamm vor, um sich über die Lage zu informieren. "Ein Vermisster ist im Untergeschoss, die anderen vier im Erdgeschoss", erfährt er von Tobias Altmann. Als die Atemschutzträger soweit sind, macht sich ein Trupp daran, die Tür mit der Axt aufzubrechen. Aber nur für die Zuschauer. Denn Tobias Altmann würde sich bedanken, wenn die Axt zum Einsatz käme. Er hatte doch lieber die Türe offen gelassen.

Während das zweite Fahrzeug seinen Löschangriff von der Zeppelinstraße her startet, retten die Atemschutzträger die vermissten Personen. Die erste ist bereits zwei Minuten nach dem Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit. Und jetzt ist auch das DRK mit seinen beiden Fahrzeugen und acht Helfern vor Ort. Sie übernehmen die "Verletzten" aus der Jugendfeuerwehr. Während Kubilay und Nik mit einer Rauchgasvergiftung davon kommen, hat Kim ein gebrochenes Bein und Christoph ist an Bein und Arm verletzt. "Und ich habe einen Schock durch die herunterbrechenden Teile bekommen", erklärt er den schmunzelnden Sanitätern, die sich aber zuerst um Tim kümmern, der bewusstlos ist. Alles läuft reibungslos und zügig, Bereitschaftsleiter Jens Kübler ist stolz auf seine junge Truppe.

Derweil ist die Drehleiter angekommen, die Lüfter sind aufgebaut um das Gebäude rauchfrei zu machen. Doch das Wasser rühren die Männer heute nicht an. "Wegen der Witterung", erklärt Joos. Glatteis wollen die 45 Feuerwehrleute nicht produzieren. Reale Einsätze hatte die Wehr in den letzten vier Wochen häufig. "Insgesamt waren es in diesem Jahr 25 Einsätze, davon 18 in den letzten Wochen", sagt Joos. "Hoffentlich geht es so nicht weiter." Eine ganz andere Hoffnung hat er auch noch. "Wir müssen unser altes Feuerwehrfahrzeug aus dem Jahr 1976 bald ausmustern. Und so hoffen wir, dass der Gemeinderat einer Neuanschaffung eines Hilfeleistungsfahrzeugs zustimmen kann", so der Kommandant.
 

Quelle: Bietigheimer Zeitung - http://www.swp.de/bietigheim/lokales/boennigheim/art1188793,2330395